Die PflegeSituation …

Pflegesituation

… wenn die Gewinnmaximierung wichtiger ist als die Gesundheit von Pflegebedürftigen und Pflegekräften.

Seit ein paar Jahren sind nun auch die Medien wach geworden. Fast jeden Tag ist in irgendeiner Zeitung etwas von grausamen und gefährlichen Zuständen in Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern zu lesen. Im TV ist das Thema Pflege in Talkshows und in Dokumentationen präsent.
Es ist eine Sache dies über Medien zu erfahren aber eine ganz andere Sache es selber zu erleben.
Da sind einsame alte Menschen, sie haben unser Land nach dem Krieg aufgebaut. Jetzt liegen sie (oft gegen ihren Willen) in 2-Bettzimmern und brauchen für die kleinsten Tätigkeiten Hilfe. Es sind Menschen mit Lebenserfahrung und es kostet sie Überwindung zu klingeln, wenn man z.B. mal auf die Toilette muss. Die Pflegekraft die dann kurz, gehetzt die Tür öffnet und sagt man müsse noch etwas warten, macht die Situation nicht besser. Wenn das „etwas Warten“ dann länger dauert, sind diese Menschen genötigt sich einzunässen oder sie versuchen aus lauter Verzweiflung alleine den Weg zur Toilette zu schaffen, und stürzen – das ist untragbar! Da ist die 90 Jährige, die nach einer schweren OP völlig hilflos im Bett liegt und ihr wird das Essen und Trinken auf den Nachttisch gestellt, aber die alte Dame ist so geschwächt das sie überhaupt nicht in der Lage ist an Essen und Trinken zu kommen. Es wird dann dokumentiert – Patient hat nicht gegessen und getrunken, oder Patient verweigert Essen und Trinken. Es werden Infusionen gelegt. Um das Bett und die Bettwäsche zu schonen und dem Pflegepersonal Zeit zu sparen wird dann auch schon mal ein Katheter gelegt. Eine medizinische Indikation findet sich schon.
Was macht so etwas mit einem Menschen? Um nicht zu zerbrechen zieht er sich in sich zurück oder, wenn noch etwas Kampfgeist in ihm steckt, wird er sich wehren. Doch auch da kann er das Pech haben als aufmüpfig und aggressiv eingestuft zu werden und die Psychopharmaka warten schon auf ihn. Es ist eine ganz schlimme Situation die hier die Politik geschaffen hat.
Diese Situationen mögen noch nicht die Regel sein, doch sind sie alltäglich – überall in Deutschland (und es sind erlebte Situationen von unseren Gruppenmitgliedern)
Und gerade die besonders hilflosen, wie z.B. Senioren, Kinder oder Menschen mit geistigen Einschränkungen sind dem völlig wehrlos ausgeliefert und sofern sie nicht fürsorgende Angehörige haben verloren.
Es gab mal Zeiten da hatte die Pflegekraft noch Zeit für ihren Bewohner/Patienten. Sie saß an seinem Bett, hielt die Hand und hörte sich die Sorgen und Geschichten an. Es wurde zusammen gelacht und manchmal auch geweint. Beim Essen und Trinken wurden nicht gleich 2-4 gleichzeitig *gefüttert (*Nein, der Begriff „Essen anreichen“ passt hier nicht) , sondern es wurde würdevolle Hilfeleistung beim Essen und Trinken geleistet. Da wurde ein Mensch nicht schnell gewaschen, sondern man half dort wo er Hilfe benötigte damit die Selbstständigkeit erhalten, wiederaufgebaut wurde.
Trotz fehlenden Personals war dies alles möglich. Allerdings, was zu der Zeit unter dem Begriff „Personalmangel“ galt, wäre Heute eine Traumbesetzung. 
An der aktuellen Situation zerbrechen nicht nur die Pflegebedürftigen, sondern auch die Pflegekräfte.

Von all den vielen Berichten in den Medien nun ein Beispiel- Videolink. Es ist die Facebook-Seite von Kontraste über den Pflegenotstand auf Kinderintensivstationen.
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