Pflegende Angehörige ...

pflegende Angehörige

… übersehen, ignoriert und von der Politik im Stich gelassen.

August 2022

Pflegende Angehörige sind für ein Miteinander von Pflegekräften und pflegenden Angehörigen!

Schon 2013 haben einige von ihnen die Aktion „Pflege am Boden“ und somit die Pflegekräfte unterstützt. 

Doch was ist wenn eine, in Pflegekreisen relativ bekannte, aus der Pflege kommende Bloggerin plötzlich diese Gruppe diskreditiert?
Eine Person, die von ihrer Partei auf Grund ihres durchaus beeindruckenden Bildungsweges, sogar 2021 als Gesundheitsministerin vorgeschlagen wurde. 
Wenn diese Person den pflegenden Angehörigen Laienhaftigkeit vorwirft und die Verschuldung von Pflegefehlern. Wenn sie ihre Online-Präsenz in den sozialen Netzwerken nutzt um weiter Stimmung gegen die Gruppe der pflegenden Angehörigen zu betreiben.  
Und was noch viel trauriger, fast beschämend ist, auf widersprechende Kommentare, ohne auch nur den leisesten Zusammenhang,  mit Vorwürfen reagiert, man würde wohl der falschen Partei angehören. 
Natürlich wäre es anmaßend über ihre Persönlichkeit eine Einschätzung abzugeben, das mag jeder für sich tun. 

Dieser Beitrag wurde als pathetische Gesabbel bezeichnet, in einer folgenden Antwort kam 
Zitat “ … ich weiß, dass die rechte Szene, die auf die Hausfrau setzt, die Pflege unterwandert. …“ 

Auf diesen Beitrag wurde gar nicht weiter eingegangen sondern er wurde mit
Zitat „…Zeig mal Studien zur Ergenisqualität von Laien statt dem Salbadern. …“ 

Einfach nur traurig, da lohnt sich auch keine weitere Disskusion.

Juni 2021

Was bedeutet eigentlich "pflegende Angehörige"?


Es gibt nicht den “pflegenden Angehörigen“, denn jede Pflegesituation ist individuell.
Da sind die Eltern die ihr(e) Kind(er) pflegen, die Frauen oder Männer die ihren Lebenspartner pflegen, die Kinder die ihre Eltern oder Großeltern pflegen, …
… es gibt sehr viele Möglichkeiten.

Manche rutschen sehr langsam in die Pflegesituation, andere sind von Heute auf Morgen Pflegeperson.
Bei Manchen ist die Pflegezeit auf Grund von Alter oder Krankheit absehbar, andere werden von der Sorge „Was passiert mit meinem Herzensmenschen, wenn ich tot bin?“ begleitet.

Da gibt es den Pflegegrad 1, bei dem alles noch machbar erscheint – bis hin zum Pflegegrad 5,
in der die Erschöpfungsgrenze erreicht ist. 

Manche haben Hilfe durch Freunde oder Familie, manche stehen alleine da.
Eins haben aber die meisten aller pflegenden Angehörigen gemeinsam sie pflegen aus Liebe und Respekt.

Ein Altenheim oder eine Pflegeeinrichtung ist für sie, auch auf Grund von Personalmangel und daraus resultierenden möglich Pflegefehlern und Umgangsformen, oft keine Option.

(Anmerkung: geschuldet ist diese Situation der Politik. Pflegekräfte sind genau so die Leidtragenden wie die Bewohner/Patienten!)

Der ausschlaggebendste Grund einen Herzensmenschen zu Hause zu pflegen, 
liegt in dem Wunsch des Betroffenen. ❤

ca. 80% aller Pflegebedürftigen
werden zu Hause von


ihren Angehörigen versorgt!

Bedingungen und Folgen für pflegende Angehörige


Pflegende Angehörige stellen die Pflege zu Hause bisher unentgeltlich sicher!

Das Pflegegeld ist ausschließlich für den Pflegebedürftigen!

Sollte neben der Zuhilfenahme von Entlastungsleistungen noch Pflegegeld überbleiben, “kann” der Pflegebedürftige dies seinem Angehörigen geben.

Spätestens ab PG4, (oft schon ab PG3) bleibt unter diesen Voraussetzungen vom Pflegegeld nichts über. Teilweise wird noch draufgezahlt.

Sollte man nicht zu der Gruppe von pflegenden Angehörigen gehören, die schon im Rentenalter sind oder noch zur Schule gehen, sondern noch aktiv im Berufsleben stehen – dann droht der Verlust des Arbeitsplatzes. 

Pflegende Angehörige sind so, auf sozial Hilfe oder Hartz4 angewiesen – bei einer 40 Std.++ Woche und einer 24-Std.-Rufbereitschaft an 365 Tagen im Jahr, ohne freies Wochenende oder Urlaub.

Laut Arbeitsschutzgesetz ist dies für den „normalen Arbeitnehmer“ verboten. Für pflegende Angehörige ist es eine staatlich geförderte Situation die nicht ohne Folgen bleibt.

Nicht selten folgen nach einer längeren Pflegezeit Depressionen, Soziale Isolation, Altersarmut, Burnout, körperlicher Verschleiß bis hin zur eigenen Invalidität.,

Von der Politik wird gerne behauptet 
pflegende Angehörige seien gut abgesichert

aber die Realität sieht anders aus.

Wiebke Worm hat an Hand vor realen Situationen Pflegeuhren erstellt. Ich freue und bedanke mich, dass wir Diese hier zur Veranschaulichung verwenden dürfen.

Und die Politik so, …

Es gibt Entlastungsangebote wie Tages(und Nacht)pflege, Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege.  -> Ja das stimmt!
ABER – für viele sind diese Angebote überhaupt nicht nutzbar!
Was nützt mir das Angebot von Tages(und Nacht)pflege, wenn

  • keine Einrichtung in der Nähe ist
  • es kein Angebot für Kinder oder junge/jüngere Menschen gibt
  • Menschen mit Hinlauftendenz nicht aufgenommen werden
  • Bettlägerige, schwerste Demenzerkrankte oder teilweise auch Rollstuhlabhängige nicht angenommen werden.

Was nützt das Angebot der Kurzzeitpflege, wenn

  • es sich um pflegebedürftige Kinder und Jugendliche handelt – dafür sind Altenheime nicht geeignet und passende Einrichtungen sehr sehr sehr rar gesät
  • der Pflegebedürftige stark dement ist und ein Aufenthalt in fremder Umgebung seinen Zustand absehbar verschlechtern würde
  • das Krankheitsbild eines Pflegebedürftigen eine ständige Überwachung bedarf – das kann kein Altenheim leisten.  

Was folgt, wenn die Pflegezeit beendet ist …

… und der pflegende Angehörige für die Pflegetätigkeit seine Arbeit aufgegeben hat?
– Wie gut sind pflegende Angehörige abgesichert?
– Wie wird mit den pflegenden Angehörigen umgegangen?

(ist noch in Arbeit)

Was haben pflegende Angehörige eigentlich zu erwarten, …

… wenn sie wegen der Pflegetätigkeit aus dem Beruf ausgeschieden sind?

Beschlüsse, Gesetze und andere Versagen, …

folgt …

Statistiken und Zahlen, …

folgt …

Krankenkassen und Pflegehilfsmittel, …

folgt …

Wir brauchen Veränderung! Wir brauchen soziale Absicherung, individuelle Entlastungsangebote und finanzielle Anerkennung unserer Arbeit!

März 2021
Bevor diese Seite richtig Gestalt an nimmt und aus gegebenem Anlass, weil es eilt, stellen wir hier unseren „Offenen Brief“ zum Arbeitsentwurf des Entwurfs eines Pflegereformgesetzes.

Pflegende Angehörige werden nicht nur ignoriert, ihre Situation wird sogar verschlimmert.

Der „Offene Brief“ kann hier runtergeladen werden.
Teilen und Weiterleiten an Politiker und Medienvertreter – zum Zweck unsere Forderung zu unterstützen – ist erwünscht.

HINWEIS
Auf der Seite von „WIR! Stiftung pflegender Angehöriger“ ist ebenfalls Stellungnahme/Kommentar zu dem Arbeitsentwurf von Hr. Spahn zu lesen. 
Dieser ist professioneller und zeigt noch mal präzise die Schwachstellen (positiv ausgedrückt) oder Ignoranz von Hr. Spahn, gegenüber „pflegenden Angehörigen“.